Ein nützliches Visiersystem für den Kompass texte en français
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| Von
V.Weissensteiner und C.Trüssel Mit Aktualisierungen von C.Trüssel Problemstellung |
Die Auswertung von Höhlenvermessungen mittels flüssigkeitsgedämpftem Kompass zeigen, dass neben den bekannten magnetisch bedingten Fehlern (Ablenkung) und der falschen Gerätehaltung jene der ungenauen Einrichtung des Kompasses bei steiler Ziellage am grössten sind. Eine Zielvisur und Ablesung des Gerätes ist in diesem Fall nicht mit einem Blick möglich. Die hier beschriebene Zusatzeinrichtung beseitigt diese Schwierigkeit und bewirkt eine sehr genaue Messung. Die Vorrichtung selbst beruht auf Reflexion und Beugung des Lichtes am Glaszylinder (Glasstab). Die erfolgreiche Erprobung des Prototyps erfolgte bereits 1983 anlässlich einer Expedition in das "Frauenmauer-Langstein-Höhlensystem". Die starre Zusatzeinrichtung ist allen beweglichen weit überlegen. Die Abbildungen zeigen die Einrichtung an einem "Suunto"-Gerät. |
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| Aufbau
"Suunto"-Kompass mit |
Zur Anwendung gelangen zwei
Glasstäbe von etwa 5 bis 6 mm Dicke, die ober und unterhalb des Kompasses angebracht
werden. Folgendes gilt es zu beachten:
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| Funktion
Abb. 2a und 2b:
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Bei Neigungen, die
kleiner als plus 85° beziehungsweise minus 85° sind, wird die Richtung leicht und genau
erfasst (Abb. 1) Da vom Zielpunkt kommende Licht wird auf dem
Glasstab (oberhalb oder unterhalb des Gerätes) als vertikaler Lichtstrich sichtbar.
Dieser liegt in horizontaler (aber auch in gekippter) Lage de Kompasses immer (!) mit dem
Zielpunkt in einer Ebene und steht auch immer (!) im rechten Winkel zur Zylinderachse (Abb. 2a und 2b). Liegen dieser Lichtstrich und der Visurstrich
des Gerätes in einer (vertikalen) Linie, erfolgt eine genaue Ablesung der Richtung (Abb. 3a). Die geringsten Verdrehungen des Gerätes in der
Horizontalebene zeigen sich im Ausweichen des l.ichtstriches auf dem Glasstab nach links
oder rechts vom Visurstrich des Gerätes (Abb.3b und
3c). Was geschieht, wenn das Gerät nach links oder rechts gekippt wird? Die Messung
stimmt nicht, da die Kompassscheibe schleift beziehungsweise hängen bleibt. Die Kippung
erkennt man daran, dass der Visurstrich des Gerätes und der Lichtstrich auf dem Glasstab
nicht fluchten, sondern auf schräg parallelen Geraden liegen (Abb. 2a und 2b). Die Kippung der Kompassscheibe nach vorne
beziehungsweise nach hinten ist wie bisher beim Blick durch die Geräteoptik zu erkennen
und durch Änderung der Haltung korrigierbar. Damit kein Störlicht vorhanden ist, darf
die Beleuchtung des Messgerätes nur schräg von der Seite erfolgen. Bei langen
Messstrecken ist die Verwendung einer fokusierten Lampe am Zielpunkt wichtig, die genau
auf das Messgerät leuchtet. Ansonsten wird der Lichtstrich auf dem Glasstab zu dünn und
nur schwer erkennbar. Konkurrierende Lichter am Zielort werden entweder abgedreht oder
abgedeckt. Es empfiehlt sich, eine farbige Lichtquelle (orangerot oder grün) zu
verwenden. Eine genaue Messung ist nur möglich, wenn die zuvor genannten feststellbaren
Fehlerquellen beachtet und beseitigt werden.
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Konstruktions- beschreibung
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Nach der Publikation
der praktischen Kompass-Zusatzeinrichtung in der österreichischen Zeitschrift "Die
Höhle" haben wir drei "Suunto"-Bussolen umgebaut. Sie stehen inzwischen
erfolgreich im Einsatz. Ohne Zweifel ist eine optimierte und zugleich schnelle Messung
möglich. Beim Anbringen der Zusatzeinrichtung muss sorgfältig und präzise gearbeitet werden. Nachfolgend sei eine von verschiedenen Konstruktionsmöglichkeiten wiedergegeben (Abb.4): Das "Suunto"-Gehäuse besteht aus einer massiven Aluminiumnlegierung. Die Löcher (2,4 mm Durchmesser) für die Befestigungsschrauben lassen sich deshalb nach dem Anreissen und Körnen problemlos durchbohren. Anschliessend werden die M3-Gewinde mit einem entsprechenden Gewindeschneidset von beiden Seiten bis in die Mitte des Gehauses geschnitten. Danach fertigen wir die 10 mm langen Halterungen für die Plexiglasstäbchen aus einem 10 mm dicken Alu-Rundstab an. Axial bohren wir zentrisch ein 3mm-Loch für die Befestigungsschraube aus Messing oder nichtmagnetischem Stahl und genau rechtwinklig dazu in der Mitte ein 6mm-Loch für das Plexiglasstäbchen. In diese Löcher gilt es, die auf 35 mm abgelängten Stäbchen zu stecken, bis sie mit der Aussenseite der Halterung bündig sind. Diese durchbohren wir ebenfalls mit einem 3mm-Bohrer. Die erste Zusatzeinrichtung, die auf der Oberseite des Kompasses befestigt wird, besteht aus zwei Halterungen und einem Plexiglasstäbchen. Die zweite ist mit der ersten identisch, wird aber auf der Geräteunterseite montiert. Beide Vorrichtungen verschrauben wir mit zwei Flachkopfschrauben. Wenn die Plexiglasstäbchen genau rechtwinklig zur Gehäuseachse und parallel zur Gehäuseachse angebracht sind, ist der Kompass einsatzfähig. Alternativ kann die in (Abb.4) gezeigte Konstruktion für den seriellen Umbau vereinfacht werden: Durch den Kompass wird neu ein Loch mit Durchmesser 3.0 mm gebohrt. Das obere Glashalteteil ist ebenfalls ganz durchbohrt und im unteren Glashalteteil wird ein M3 Gewinde eingeschnitten. Das Ganze wird mit einer Senkkopf-Messingschraube M3x30 verbunden. Das Lederetui des "Suunto"-Kompasses lässt sich weiterverwenden. Es sind nur kleine Anpassungen nötig. Damit ist der sichere Transport in der Höhle gewährleistet, und da Gerät hat weiterhin in der Brusttasche Platz. Bei den Vermessungsarbeiten kann die Karbid-Helmbeleuchtung beibehalten werden. Mit der Karbidflamme oder einer kleinen Taschenlampe kann der anzuvisierende Messpunkt ausgezeichnet markiert werden.
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| Quellennachweis | Der Beitrag von Volker Weissensteiner stammt aus: "
Eine Zusatzeinrichtung für den Flüssigkeitsgedämpften Kompass", "Die Höhle -
Zeitschrift für Karst- und Höhlenkunde, Nr. 4/1989, Seiten 114 - 117 herausgegeben vom
Verband österreichischer Höhlenforscher, Wien. Abdruck im Stalaktit mit freundlicher
Genehmigung der Redaktion. Dieser Artikel wurde publiziert im Stalaktit, der Zeitschrift der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung, und wird hier widergegeben mit freundlicher Genehmigung von C. Trüssel: WEISSENSTEINER, V. & TRÜSSEL, Cl. |